Dienstag, 26. Juni 2012

luisa's kleid

als ich gefragt wurde, für l. ein abiballkleid zu nähen, habe ich zunächst mal spontan zugesagt...

super, habe ich gedacht, etwas klassisches, vielleicht ein etui-kleid...? 

l. ist die schwester der freundin meiner großen, die familie ist uns bekannt, die älteste bis dato jedoch noch nicht.

beim ersten kennenlern und wie-stellst-du-dir-dein-kleid-so-vor-termin, war ich dann umso überraschter, als mir eine kleine skizze mit einem eher hauch-von-nichts-kleid gezeigt wurde;

l. hatte genaue vorstellungen wie ihr kleid sein bzw. nicht sein sollte. 

ultratiefer rücken, herzförmiger (vorder)ausschnitt, eng, kurz und mit einem kleinen kurzen einseitigem spitzenärmel - so in etwa... - und am besten in schwarz mit silberfäden...

ein paar tage später dann beim stoffeinkauf haben wir einen bzw. zwei adäquate stoffe gefunden, einen glänzenden ripsjersey und einen ultraleichten modalfeinjersey (als futter), wunderschön anzusehen, aber relativ bescheiden zu nähen (mehr dazu später)...

da ich jedoch keinen annähernden schnitt nach l.'s wunschvorstellungen gefunden habe, musste ich mir einen "basteln". 

aus einer älteren burda habe ich einen enganliegenden kleider-schnitt dermaßen umgewandelt, dass der original-schnitt schlußendlich so gut wie nichts mehr mit l.'s schnitt gemein hatte - bis auf die vorderen und seitlichen abnäher...

aus diesem schnitt habe ich mich dann zunächst mal aus einem alten brauch-ich-nicht-mehr-jersey an einem probemodell versucht...

die krux des ganzen kleides war zweifellos der tiefe rückenauschnitt - wieviel rücken darf noch sein, damit die träger halten und bei einem leichten hohlkreuz, wie kriege ich den rückenausschnitt so hin, dass trotzdem alles ultraschön anliegt und nichts absteht? 

kleine fältchen entlang des rückenausschnitts waren die lösung - bis jedoch alles gepasst und für schön empfunden wurde, waren einige anproben von nöten. 

den einseitigen ärmel habe ich aus einem kleinen rest spitze genäht - den ärmel durch fältchen "verbreitert", diese jedoch nicht ganz "durchgenäht" , so springen sie ab der mitte schön auf...

habe ich schon erwähnt, dass beide jerseys furchtbar zum nähen waren? 

der ripsjersey war so rutschig, dass ich die ersten nähte nur mit unterlegtem seidenpapier genäht habe und der ultradünne mikromodaljersey (komplett durchsichtig, aber als futter wahnsinnig angenehm und leicht auf der haut) war kaum spürbar und ist auch immer verrutscht.

nun denn, heute war der letzte anprobe- bzw. fertigstelltag für l.'s kleid - alles war so, wie es sein sollte und gewünscht wurde und mit l.'s erlaubnis, darf ich sogar die gemachten bilder hier zeigen...








liebe grüsse silke

Kommentare:

  1. Wow, Silke, das ist aber ein Meisterwerk. Da wird die ABiturientin alle Blicke auf sich ziehen, große Klasse.
    LG Melanie

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  2. Mutig mutig... ich hätte mich nicht gewagt, so ein Kleid zu nähen... der Stoff alleine... örgs...

    aber das Ergebnis ist toll geworden...

    GLG

    Andrea

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